Leben mit HPU – wenn Alltag zur Dauerbelastung wird



HPU (Hämopyrrollaktamurie) ist für viele Betroffene eine unsichtbare Herausforderung. Von außen wirkt man oft gesund und leistungsfähig, doch innerlich fühlt es sich an, als wäre der Körper ständig erschöpft. Viele Menschen mit HPU beschreiben eine tiefe Müdigkeit, die nicht einfach durch Schlaf verschwindet. Selbst kleine Aufgaben können anstrengend werden, als würde jede Handlung übermäßig viel Kraft kosten.


Typisch ist auch eine starke Empfindlichkeit gegenüber Stress. Situationen, die andere schnell wegstecken, können bei Betroffenen innerlich Chaos auslösen: Nervosität, Herzklopfen, Schlafprobleme oder das Gefühl, komplett überfordert zu sein. Oft braucht der Körper danach lange, um wieder zur Ruhe zu kommen.


Hinzu kommt häufig ein „Nebel im Kopf“: Konzentration fällt schwer, Gedanken fühlen sich langsam oder durcheinander an, und man vergisst Dinge schneller. Das kann im Alltag und im Beruf sehr belastend sein, weil man sich selbst nicht mehr so zuverlässig erlebt wie früher.

Auch emotional ist HPU für viele schwer. Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Ängste oder depressive Phasen sind keine Seltenheit. Viele Betroffene fühlen sich schneller reizbar oder sensibel und haben das Gefühl, ständig am Limit zu sein.


Das vielleicht größte Problem ist, dass man HPU nicht sieht. Dadurch fühlen sich viele Menschen unverstanden und bekommen Sätze zu hören wie: „Du musst dich nur mehr zusammenreißen.“ Das führt oft zu Schuldgefühlen, Rückzug und dem Eindruck, nicht „normal funktionieren“ zu können.



Doch hinter all dem steckt keine Schwäche – sondern ein Körper, der täglich mehr leisten muss, als andere vermuten. Für viele bedeutet das Leben mit HPU, ständig Grenzen zu spüren, aber auch Schritt für Schritt zu lernen, besser auf sich selbst zu achten.